Zeitgemäße Bildungsarbeit zu Antisemitismus

Grundsätze und Qualitätskriterien

Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Antisemitismus stand lange im Zeichen historischer Bildung. Auch die Subsummierung des Antisemitismus unter Rassismus hat dazu beigetragen, dass seine spezifischen Formen und Ebenen – z.B. die Emotionen und Verschwörungsmythen – lange Zeit nicht thematisiert wurden. Inzwischen ist die Pädagogik gegen Antisemitismus ein ausdifferenziertes und eigenständiges Handlungsfeld. Es wurden zahlreiche Ansätze entwickelt, die einen kritischen Blick auf die ‚vertrauten’ pädagogischen Zugänge werfen und auf die Spezifika des Antisemitismus zugeschnitten sind. Der Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus »Antisemitismus in Deutschland – aktuelle Entwicklungen« vom April 2017 hat wichtige Überlegungen hinsichtlich der Prävention und Intervention sowie Qualitätskriterien für die antisemitismuskritische Bildung formuliert. Dabei geht es u.a. um die Bedeutung der Selbstreflexion, um eine stärkere Verzahnung von Prävention und Intervention wie auch um den Ausbau von Kooperationen zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren. Die Handlungsempfehlungen des zweiten Antisemitismusberichts (2017) sind der Ausgangspunkt des Projekts, das von Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST), Anne Frank Zentrum und der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus umgesetzt wird.
 
Das Projekt verfolgt das Ziel, die im Bericht ausformulierten Empfehlungen und Qualitätskriterien mit Expert*innen im Feld der antisemitismuskritischen Bildung fachlich zu beraten und einen kollegialen Austausch anzuregen. Ziel ist es, die zentralen Ergebnisse des Fachgesprächs festzuhalten, auszuwerten und auf dieser Grundlage ein neues Qualitätspapier zu entwickeln. 
 

Ansprechpartnerin: chernivsky@zwst-kompetenzzentrum.de