STUDIE

Ist Jude ein Schimpfwort?

Perspektiven von jungen Erwachsenen und Familien

Ist Jude ein Schimpfwort?

Welche Erfahrungen machen jüdische Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen? Wie sicher fühlen sie sich und welche Fragen und Bedarfe haben die betroffenen Eltern in Bezug auf den Umgang mit Antisemitismus? Welche Handlungsbedarfe und Handlungsoptionen in Zivilgesellschaft, Bildung und Politik sind damit verbunden?

Die qualitative Studie „Jude als Schimpfwort“ untersucht Antisemitismuserfahrungen von jungen Erwachsenen und Familien in Deutschland. Sie wird vom Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST) mit freundlicher Unterstützung der JDC Europe durchgeführt. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet und berät die Umsetzung der Studie.

Der Hintergrund der Befragung sind der steigende Antisemitismus an der Schule und die sich häufenden Beschwerden jüdischer Familien im Umgang von Behörden. Laut Berichten erreichen die antisemitischen Ausfälle an deutschen Schulen in Bezug auf ihre Häufigkeit und Intensität bundesweit ein neues Ausmaß. Verbale Aggressionen vermischen sich immer mehr mit offener Gewalt und führen zu Verletzungen der psychischen und körperlichen Integrität der Betroffenen. Auch die Ergebnisse der Studie des zweiten Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestages (Zick et al. 2017) geben einen ersten Aufschluss darüber, wie sich die Situation für die Betroffenen darstellt. Dabei ist es in besonderer Weise die Institution Schule, die vom Großteil der Befragten als „unsicher“ erlebt wird, als Ort, an dem die Konfrontation mit Antisemitismus nahezu normalisiert ist.

Die Befragung junger Erwachsener und Familien rückt die Wahrnehmungen und Perspektiven der Betroffenen in den Vordergrund. Die Analyse von Bedarfen und Umgangsstrategien wie auch Generierung von Empfehlungen für Prävention, Intervention und Betroffenenberatung stehen dabei mit Mittelpunkt.

Ansprechpartnerin: schweitzer@zwst-kompetenzzentrum.de