Jude als Schimpfwort!

Antisemitismuserfahrungen im formalen Bildungssektor - Eine qualitative Befragung

Welche Erfahrungen machen jüdische Kinder und Jugendliche im formalen Bildungssektor (Schulen, Kitas, Jugendhäuser)? Wie sicher fühlen sie sich und welche Fragen und Bedarfe haben die betroffenen Eltern in Bezug auf den Umgang mit Antisemitismus? Welche Handlungsbedarfe und Handlungsoptionen Zivilgesellschaft, Bildung und Politik sind damit verbunden?

„Jude als Schimpfwort!“ ist eine qualitative Befragung jüdischer Familien zu ihren Erfahrungen mit Antisemitismus im formalen Bildungssektor. Durchgeführt wurde die Studie vom Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST) mit der Unterstützung der JDC Europe. Die Befragung startete im März 2018 und endete im November 2018. Befragt wurden Jugendliche und Familien in unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet und berät die Umsetzung der Untersuchung. Die Ergebnisse werden im Dezember 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Der Hintergrund der Befragung sind der steigende Antisemitismus an der Schule und die sich häufenden Beschwerden jüdischer Familien im Umgang von Behörden. Laut Berichten erreichen die antisemitischen Ausfälle an deutschen Schulen in Bezug auf ihre Häufigkeit und Intensität bundesweit ein neues Ausmaß. Verbale Aggressionen vermischen sich immer mehr mit offener Gewalt und führen zu Verletzungen der psychischen und körperlichen Integrität der Betroffenen. Auch die Ergebnisse der Studie des zweiten Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestages geben den ersten Aufschluss darüber, wie sich die Situation für die Betroffenen darstellt. Dabei ist es in besonderer Weise die Institution Schule, die vom Großteil der Befragten als „unsicher“ erlebt wird, als Ort, an dem die Konfrontation mit Antisemitismus nahezu normalisiert ist.

Die Befragung jüdischer Familien rückt die Wahrnehmungen und Perspektiven der Betroffenen in den Vordergrund. Die Analyse von Bedarfen und Umgangsstrategien wie auch Generierung von Empfehlungen für Prävention, Intervention und Betroffenenberatung stehen dabei mit Mittelpunkt.

Ansprechpartnerin: schweitzer@zwst-kompetenzzentrum.de