Jude als Schimpfwort! Antisemitismuserfahrungen im formalen Bildungssektor

Eine qualitative Befragung des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment der ZWST

Welche Erfahrungen machen jüdische Kinder und Jugendliche im formalen Bildungssektor (Schulen, Kitas, Jugendhäuser)? Wie sicher fühlen sie sich und welche Fragen und Bedarfe haben die betroffenen Eltern in Bezug auf den Umgang mit Antisemitismus? Welche Handlungsbedarfe und Handlungsoptionen Zivilgesellschaft, Bildung und Politik sind damit verbunden?

"Jude als Schimpfwort" ist eine qualitative Befragung jüdischer Familien zu ihren Erfahrungen mit Antisemitismus im formalen Bildungssektor. Durchgeführt wird die Studie vom Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der ZWST mit der Unterstützung der JDC Europe. Die Befragung startet im März 2018 und endet im November 2018. Befragt werden Jugendliche und Familien in unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet und berät die Umsetzung der Untersuchung.

Der Hintergrund der Studie sind der steigende Antisemitismus an der Schule und die sich häufenden Beschwerden jüdischer Familien im Umgang von Behörden. Laut Berichten erreichen die antisemitischen Ausfälle an deutschen Schulen in Bezug auf ihre Häufigkeit und Intensität bundesweit ein neues Ausmaß. Verbale Aggressionen vermischen sich immer mehr mit offener Gewalt und führen zu Verletzungen der psychischen und körperlichen Integrität der Betroffenen. Die Ergebnisse der Befragung im Rahmen des zweiten Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestages geben den ersten Aufschluss darüber, wie sich die Situation für die Betroffenen darstellt. Dabei ist es in besonderer Weise die Institution Schule, die vom Großteil der Befragten als „unsicher“ erlebt wird, als Ort, an dem die Konfrontation mit Antisemitismus nahezu normalisiert ist.

Die Befragung jüdischer Familien rückt die Wahrnehmungen und Perspektiven der Betroffenen in den Vordergrund. Die Analyse von Bedarfen und Umgangsstrategien wie auch Generierung von Empfehlungen für Prävention, Intervention und Betroffenenberatung stehen dabei mit Mittelpunkt.

Das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) informiert am Montag, den 07.05.2018 um 17.30 Uhr über den Start der Befragung „Jude als Schimpfwort! Im Rahmen der Befragung können jüdische Familien nach Erfahrungen mit Antisemitismus an Schulen befragt werden. Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen für Prävention und Intervention bei Antisemitismus aus der Betroffenenperspektive abgeleitet. Im Rahmen der Veranstaltung informiert das Kompetenzzentrum über Ziele, Methode und Durchführung der Studie. Im Anschluss findet ein Podiumsgespräch statt.

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