STUDIE

Unbehagen an der Geschichte?

Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Antisemitismus in Gedenkstätten und an historischen Lernorten

Unbehagen an der Geschichte? Foto:

Wie äußert sich gegenwärtiger Antisemitismus in Gedenkstätten? Welche Herausforderungen und Bedarfe ergeben sich daraus für die pädagogischen Mitarbeiter*innen? Wie kann auf antisemitische Vorkommnisse vor Ort reagiert und interveniert werden?

Die Gedenkstätten und historische Lernorte stehen zunehmend vor der Aufgabe, Geschichte und Gegenwart miteinander zu verbinden. Dieser Auftrag kann potenziell durch Abwehr, Indifferenz, rechte Tendenzen, geschichtsrevisionistische und antisemitische Positionen verunmöglicht werden. Immer häufiger werden durch Mitarbeiter*innen der Gedenkstätten Bedarfe geäußert, sich auf dem Gebiet der Antisemitismusprävention weiterzubilden bzw. die eigene Praxis in Bezug auf den Umgang mit Antisemitismus kritisch zu hinterfragen. 

Das ab 2020 laufende Forschungsprojekt „Unbehagen an der Geschichte?“ wird vom Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment durchgeführt und durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) sowie vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.

Die Studie ist eine Resonanz auf zunehmend sichtbar werdenden Antisemitismus in Gedenkstätten zum Nationalsozialismus. Das Erkenntnisinteresse der qualitativen Untersuchung gilt der Frage nach Deutungen und Bedarfen in Bezug auf Antisemitismus im Kontext der Gedenkstättenpädagogik. Hierfür werden Gruppendiskussionen mit pädagogischen Mitarbeiter*innen und narrative Einzelinterviews durchgeführt, um kollektive Deutungsmuster, Orientierungen und narrative Praktiken zu rekonstruieren. Ziel der Analyse ist die Ableitung von Reflexionsimpulsen und möglichen Handlungsstrategien gegen Antisemitismus in diesem Setting.

Ansprechpartnerin: schweitzer@zwst-kompetenzzentrum.de