Fachsymposium 2018

Streitraum Antisemitismus: Entwicklungen, Debatten, Interventionen im internationalen Vergleich

Antisemitismus in Deutschland und Europa ist kein neues Phänomen. Allerdings ist in den letzten Jahren eine Entwicklung zu beobachten, die sehr beunruhigend ist. Die bis dato weniger sichtbaren Formen des Antisemitismus werden zunehmend überlagert durch den offenkundigen Hass und die Bereitschaft zur verbalen und tätlichen Gewalt. Nicht nur gezielte Umfragen, sondern auch sich häufende Entgleisungen und Vorfälle – an Schulen, im Internet, bei Demonstrationen – zeugen von dieser Entwicklung. Antisemitische Ressentiments treten buchstäblich in allen gesellschaftlichen Gruppen in Erscheinung. Dabei gibt es einen bemerkenswerten Widerspruch zwischen der Wahrnehmung der nicht jüdischen Mehrheit, die Antisemitismus übersieht, und Jüdinnen und Juden, die Antisemitismus konstatieren und erleben.

Die politische und mediale Aufmerksamkeit der letzten Monate ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein neues Sprechen über Antisemitismus. Gleichwohl bedarf es der Fähigkeit, uns darüber zu verständigen, ohne die Gefahr einer diskursiven Selbstvergewisserung oder politischen Instrumentalisierung zu riskieren. Dieser Balanceakt erfordert angesichts der zunehmenden Polarisierung ein hohes Maß an Sensibilität, Sprechfähigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.

Die Aufgabe aller gesellschaftlichen Institutionen wird darin bestehen, aktuelle antisemitische Dispositionen kritisch zu analysieren, gelingende Konzepte zu entwickeln und diese in Regelstrukturen zu implementieren. Das Fachsymposium fand im November 2018 statt und stellte ausgewählte politische und pädagogische Interventionen zur Diskussion und lässt internationale Expert*innen zu Wort kommen.

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