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„Diversitätsorientierung in Schule, Kita, Jugend- und Sozialarbeit“ (5. Modul)

Februar 17 Februar 18

Blockseminar „Diversitätsorientierung in Schule, Kita, Jugend- und Sozialarbeit“  

Daten: 

1. Modul: 28./29.10.22   – Was ist Diversität? Dimensionen von Diversität  
2. Modul: 25./26.11.22   – Was ist Diskriminierung? Mechanismen, Funktionen, Umgangsstrategien
3. Modul: 16./17.12.22   – Ungleichheitsverhältnisse sowie gruppenbezogene Abwertung, u.a. diskriminierende Sprache  
4. Modul: 13./14.01.23   – Hass- und Strukturphänomene am Beispiel von aktuellem Antisemitismus
5. Modul: 17./18.02.23   – Leitfaden für Diversitätsorientierung im schulischen Kontext, Prävention und Intervention  – Im fünften und letzten Modul der Schulung laufen alle Stränge der vergangenen Module zusammen und wir fokussieren die Handlungsebene für eine Macht- und Diskriminierungskritische professionelle Haltung. Die Studierenden haben viel Zeit für Selbstreflexion, aktuelle Theoriebildung rund um Diskriminierungskritik, sowie für die Sensibilisierung zu Wirkungen und Funktionen von Diskriminierung investiert. Nun finden die Erkenntnisse des Seminars entlang verschiedener Methoden Eingang in die gemeinsame Fallbesprechung. 

Ort: Friedrich Schiller Universität Jena  

Anmeldung:  Das Angebot richtet sich an studierende der Erziehungswissenschaften, sowie Studierende mit Lehramtsotption. Die Anmeldung erfolgt über Friedolin, die Seminarverwaltung der FSU.  

Wir leben in einer Post-Migrationsgesellschaft mit einer großen Bandbreite an Religionen, Weltanschauungen, Sprachen, Identitäten und soziokulturellen Hintergründen. Diese Diversität geht mit gesellschaftlichen Ungleichheiten und Spannungsfeldern einher, die sich bis hin zu offenen Diskriminierungen und sogar Gewalt gegen Minderheiten verschärfen können. Das haben u. a. der antisemitische Terroranschlag von Halle im Oktober 2019 und die rassistischen Morde von Hanau im Februar 2020 mit erschreckender Deutlichkeit gezeigt.   

Diese Situation stellt auch Professionelle in pädagogischen Berufen sowie in der Jugend- und Sozialarbeit vor die Herausforderung, Diskriminierung vorzubeugen bzw. auf diskriminierende Vorkommnisse in ihrer Praxis kompetent zu reagieren. Zentrales Ziel ist dabei die Etablierung eines diskriminierungskritischen, differenzsensiblen und bestärkenden Lern- und Lebensumfeldes für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unabhängig von Religion, Herkunft, ökonomischen Ressourcen, psychischer und körperlicher Verfassung, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung. In dem Kontext spielen auch Themen wie Integration und Inklusion im Sinne einer Teilhabekultur eine zentrale Rolle.  

Das Seminar bietet die Möglichkeit, sich intensiv und umfassend mit den genannten Themenfeldern auseinanderzusetzen und zielt auf die Entwicklung und Einübung diskriminierungskritischer Haltungen sowie praxisrelevanter Kompetenzen im Umgang mit Diversität und politisch veränderten Realitäten in der Schule, anderen pädagogischen Einrichtungen sowie der Jugend- und Sozialarbeit. Die daraus resultierenden Fragen, Anliegen und Bedarfslagen der Teilnehmenden stehen dabei im Mittelpunkt.   

Die Seminarmodule leiten individuelle Reflexionsprozesse an, bieten Raum für Austausch und Praxisanalyse, geben Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung und Praxis zu Diskriminierungskritik und diversitätsorientierter Bildung und Erziehung, befähigen zum kritischen Umgang mit gesellschaftlichen Ungleichwertigkeitsstrukturen, insbesondere zum Erkennen aktueller Formen von Rassismus und Antisemitismus, geben Orientierung bei aktuellen Diskursen, begleiten bei der Entwicklung von tragfähigen Handlungskonzepten und Antidiskriminierungsstrategien für die pädagogische und erzieherische Praxis.  

Die inhaltliche Schwerpunktsetzung der einzelnen Module ist bedarfsorientiert und gruppenbezogen. Der thematische Fokus bleibt erhalten, aber die Seminarleitung hält sich und den Teilnehmenden die Möglichkeit offen, dringenden Praxisfragen und Anliegen zu folgen und sie ins Curriculum zu integrieren.    

ANSATZ   

Das Seminar basiert auf zwei einschlägigen Ansätzen. Der projekteigene Dialogische Reflexionsan- satz (Chernivsky, Perspektivwechsel 2014) sowie der Anti-Bias-Ansatz (Derman-Sparks 1980) stellen hierfür die inhaltliche und methodische Grundlage dar. Die dialogische Ausrichtung der Fortbildungsmodule macht diese zu einem innovativen und wirkungsvollen Analyse- und Handlungskonzept. Überlegungen zu spezifischer Prävention sowie reaktive Interventionsverfahren und Krisenmanagement nach Vorfällen sind ebenfalls Teil des Programms. Gruppendynamische Interaktionsformen im Seminarraum haben einen hohen Stellenwert und beinhalten zum Teil Elemente der Beratung und Supervision entlang der Fragen und Anliegen der Teilnehmenden. Im Seminar kommen u.a. folgende Methoden zum Einsatz: Gruppenarbeit, Aufstellungen, Thesendiskussionen, kollegiale Fallberatung, systemische Praxisanalyse(n).  

Die Seminarreihe ist eine Kooperation der Friedrich Schiller Universität Jena mit Perspektivwechsel – Praxisstelle Thüringen.  

Referent*innen: Judith Steinkühler und Sascha Wagner (Kompetenzzentrum)