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Fachaustausch „Mehrfachzugehörigkeiten und der Krieg Russlands gegen die Ukraine: Perspektiven aus der Jugend- und Bildungsarbeit“ 

Oktober 19 @ 4:00 pm - 5:30 pm

Fachaustausch „Mehrfachzugehörigkeiten und der Krieg Russlands gegen die Ukraine: Perspektiven aus der Jugend- und Bildungsarbeit“ 

Ort: Jüdisches Museum Berlin

Anmeldung

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat nicht nur tiefgreifende ökonomische und geopolitische Folgen – er ändert auch den Blick auf nationale, kulturelle oder soziale Zugehörigkeiten. Insbesondere bei Menschen mit familiären Bezügen nach Osteuropa und damit verbundenen Mehrfachzugehörigkeiten können als überwunden geglaubte Fremd- und Feindbilder aktiviert und Erinnerungen an Diskriminierungen und Ungleichheiten wachgerufen werden. Allzu häufig ebnet der dominanzgesellschaftliche Blick auf den Krieg Widersprüche und Ambivalenzen ein und zwingt zu eindeutigen Verortungen.

Vor diesem Hintergrund wollen wir insbesondere den Erfahrungen und Perspektiven derjenigen Raum geben, die vielfältige familiäre Bezüge in den postsowjetischen Raum teilen. Wir wollen danach fragen, was es für die Jugend- und Bildungsarbeit bedeutet, diese Betroffenenperspektiven in das pädagogische Handeln einzubeziehen, ohne sie zugleich zu funktionalisieren.

Irina Ginsburg spricht mit Roman Labunski, Eugenie Frank, Carolin Savchuk, Violeta Balog (angefragt) und Yevgen Bruckmann darüber, welche Erfahrungen sie seit Beginn des Krieges machen. Welche Spannungen, Herausforderungen, aber auch Chancen sehen sie angesichts von Mehrfachzugehörigkeiten? Welche Rolle spielen die hiesigen Diskurse und Praktiken im Kontext von Krieg und Flucht, gerade auch die Ungleichbehandlung verschiedener Gruppen? Welchen Umgang haben die Podiumsgäste mit all diesen offenen Fragen und Widersprüchen gefunden und welche Impulse können sie für die Bildungs- und Jugendarbeit geben?

Eine Veranstaltung des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment und der ju:an-Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin.

Podiumsgäste:

Irina Ginsburg ist Beraterin bei Ofek e.V., freie Bildungsreferentin für rassismus- und antisemitismuskritische Bildung und setzt sich aktivistisch mit jüdisch-post-ost-migrantischer Geschichte und Gegenwart auseinander. 

Roman Labunski ist Lehrer, Teamer der Politischen Bildung, aktiv in der ukrainischen Demokratiebewegung und Doktorand im Bereich Internationale Beziehungen. 

Éva Ádám ist Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin. Seit 2017 arbeitet sie bei Amaro Drom e.V. als Pädagogische Leitung und Referentin. 

Carolin Savchuk leitet die Bildungsarbeit im Museum Berlin-Karlshorst, einer Einrichtung in deutsch-russisch-ukrainisch-belarussischer Trägerschaft. Selbst in Süddeutschland geboren hat sie eine „angeheiratete post-sowjetische Zuwanderungsgeschichte“ und lebt mit zweisprachig aufwachsenden drei Töchtern und Mann in Berlin. 

Eugenie Frank ist Masterstudentin der außerschulischen Bildung und Soziologie, Teamerin der Politischen Bildung und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.   

Yevgen Bruckmann ist Jugendleiter, Referent in der politischen Bildungsarbeit, stellv. Vorsitzender der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover und Student der Sozialwissenschaften. 

Details

Datum:
Oktober 19
Zeit:
4:00 pm - 5:30 pm