„Mach mal keine Judenaktion“: Studien- und Fachgespräch

Antisemitismus ist ein ernstzunehmendes Problem in der Gesellschaft und stellt auch in Bildungsinstitutionen ein Problem dar. Sowohl an Schulen als auch in außerschulischen Bildungseinrichtungen ist Antisemitismus Teil der Alltagskommunikation. 

Am 24.01.2019 fand die über die Befunde der kürzlich erschienen Studie „Mach mal keine Judenaktion!“: Herausforderungen und Lösungsansätze in der professionellen Bildungs- und Sozialarbeit gegen Antisemitismus“, herausgebracht von Prof. Dr. Julia Bernstein und Kolleg*innen der Frankfurt University of Applied Sciences. Im Rahmen der Studie wurden Interviews mit jüdischen Schüler*innen, deren Eltern, mit jüdischen und nichtjüdischen Lehrer*innen sowie mit Fachkräften (überwiegend in Hessen und zum Teil bundesweit) durchgeführt. 

Die Befunde von Prof. Dr. Bernstein zeigen, dass antisemitische Äußerungen und Handlungen an Schulen normalisiert sind und häufig nicht erkannt werden. Jüdische Kinder und Jugendliche erleben subtile Anmerkungen, diffuse Ablehnung, offenen Hass und Gewalt. Die offene Selbstpräsentation als Jüdin*Jude in der Schule wird aufgrund der Gefahr von antisemitischen Angriffen weitgehend vermieden. Die Perspektive der jüdischen Lehr*innen zeigt, dass sie als offen auftretende religiöse Jüdinnen*Juden sowohl von der Schulleitung als auch im Kollegium als auch von Schüler*innen Benachteiligungen, teils sogar Anfeindungen erfahren.